Jusos kritisieren VVS-Tariferhöhung als „fatales Signal“

Veröffentlicht am 28.11.2020 in Pressemitteilungen
 

Jusos kritisieren VVS-Tariferhöhung als „fatales Signal“

Die Juso-Kreisverbände aus der Region Stuttgart kritisieren die vom Verkehrsausschuss der Regionalversammlung beschlossene Tariferhöhung. Es sei ein fatales Signal an viele treue Fahrgäste in der aktuell schwierigen Situation für den Öffentlichen Personennahverkehr die Ticketpreise durchschnittlich um 2,66% zu erhöhen.

Die im VVS-Gebiet liegenden Juso-Kreisverbände Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr und Stuttgart üben scharfe Kritik an der geplanten Ticketpreiserhöhung. Die SPD-Parteijugend mahnt an, dass die Attraktivität des ÖPNVs sinken und langfristig der Umstieg auf Öffentliche Verkehrsmittel erschwert werde. Die Jusos der Region lehnen wie auch die SPD-Fraktion im Regionalparlament die Anhebung der Preise entschieden ab.

 „Im Vergleich mit anderen Verkehrsverbünden fällt der VVS eh schon durch seine teuren Tarife auf, gerade auch für Schüler:innen, Azubis und Studierende“, stört sich Martin Wenger, Kreisvorsitzender der Böblinger Jusos, an der Erhöhung der Ticketpreise, die neben einkommensschwachen insbesondere viele junge Menschen treffe. Schüler:innen und Auszubildende sollen bald 2,7% mehr bezahlen, Studierende 1,2%. „In einer Situation, in der sich viele junge Menschen, genau überlegen müssen, ob sie sich ihr Ticket weiterhin überhaupt leisten können, ist dies ein fatales Signal“, so Wenger weiter.

Zwar sei die Einführung des Zehner-Tagestickets ein Schritt in die richtige Richtung. Die Jusos machen aber kein Geheimnis daraus, dass dies nicht der große Wurf ist, den es eigentlich benötigt hätte. „Was es braucht, ist ein 365-Euro Jahresticket. Das wäre vielleicht ein mutiger Schritt, vor allem aber der einzig richtige. Nur so kann der ÖPNV langfristig attraktiver werden und die Fahrgastzahlen nach Ende der Pandemie wieder steigen“, kritisiert Hannah-Lea Braun, stellvertretende Juso-Landesvorsitzende für die Region Stuttgart, die Mutlosigkeit und den fehlenden Weitblick der Regionalversammlung. „So setzt man keine Anreize vom Individualverkehr auf den ÖPNV umzusteigen.“

„Wer dem ÖPNV eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele zuschreibt, muss diesen jetzt mit bezahlbaren Angeboten statt Preiserhöhungen attraktiv gestalten“, zeigt sich der Sprecher der Jusos Rems-Murr, Luca Schneider, enttäuscht, dass auch die Grünen der Tariferhöhung zugestimmt haben. Schneider weiter: „Der ÖPNV garantiert als ökologisch verträgliche Mobilitätsform vielen Menschen, die sich kein eigenes Auto leisten können, gesellschaftliche Teilhabe. Die Regionalversammlung scheint dies inmitten einer schweren Wirtschaftskrise zu vergessen.“

 

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