Jusos Böblingen zeigen sich irritiert über Junge Union

Veröffentlicht am 16.01.2015 in Allgemein
 

Die Jusos im Kreis Böblingen zeigen sich irritiert über die Referentenwahl der Jungen Union Böblingen zu ihrem Neujahrsempfang. Kommenden Sonntag am 18. Januar referiert die erzkonservative Publizistin Birgit Kelle in Böblingen. Kelle veröffentlichte bereits in der „Jungen Freiheit“, einem Sprachrohr der neuen Rechten.

„Birgit Kelle propagiert das Frauenbild des 19. Jahrhunderts: Die klassische Familie mit dem Vater als Familienoberhaupt und Verdiener und der Frau als Haushälterin und Kinderbetreuerin. Kelles Ansichten sind antiemanzipatorisch und rückwärtsgewandt und dies auch noch unter dem Deckmantel des christlichen Glaubens.“, so Clara Streicher, stellv. Vorsitzende der Jusos Böblingen und Mitglied im Landesvorstand der sozialdemokratischen Frauen.

Bereits vergangenes Jahr kritisierten die Jusos die Landtagsabgeordnete der CDU Sabine Kurtz für ihre angekündigte Teilnahme bei einer Veranstaltung gegen den Bildungsplan 2015 der Landesregierung. „Die Einladung Kelles verwundert umso mehr“, so Felix Huber, Kreisvorsitzender der Jusos: „Dass die CDU um die Gunst der Ewiggestrigen buhlt ist für uns keine Neuigkeit, aber gerade die jungen Mitglieder der Union sollten doch wissen, dass Kelle an der Lebensrealität der Menschen in diesem Land vorbeiläuft.“

Viel Wichtigeres als eine Rückkehr in ausgediente Rollenbilder aus vergangen Zeiten sehen die Jusos darin, Frauen mit Kindern die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen, denn erst vor kurzem attestierte das Statistische Bundesamt dem Land Baden-Württemberg eine hohe Qualität bei den angebotenen Kindertagesstätten: „Mit einem Betreuungsschlüssel von 3,1 Kindern pro Betreuer im U3-Bereich ist Baden-Württemberg Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich. Innerhalb von 4 Jahren ist das Land somit vom Schlusslicht zum Vorbild geworden. Das ist Familienpolitik, die vor Ort in unserem Landkreis wirkt.“, so Paul Frank, stellv. Kreisvorsitzender der Jusos.

„Die Gleichstellung von Mann und Frau ist keine hohle Phrase, sondern im Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes verankert.“, so Huber abschließend. „Wir Jusos werden uns auch weiterhin für die Gleichstellung stark machen, die Junge Union Böblingen hat wohl bereits aufgegeben."

 

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