„Anpacken. Für Daimler.“

Veröffentlicht am 29.04.2009 in Pressemitteilungen
 

Auf der Betriebsversammlung bei Daimler am Dienstag, 29. April 2009 wurde den Beschäftigten verkündet, dass der Sindelfinger Autobauer bis Ende diesen Jahres zwei Milliarden Euro einsparen will.
Dies soll durch eine Arbeitszeitverkürzung um 8, 75 Prozent ohne Lohnausgleich geschehen. „Das wird hart für die Beschäftigten,“ so der SPD-Kreisvorsitzende Felix Rapp besorgt, „vor allem wenn man bedenkt, was das für viele Familien im Kreis bedeutet, wenn plötzlich fest eingeplantes Geld wegbricht.“

Dieses Sparpaket, was nicht die Kurzarbeiter bei Daimler betrifft, die nun geringere Zuschüsse auf das Kurzarbeitergeld beziehen, bedeutet eine Gehaltskürzung für alle, vom Band bis in den Vorstand. „Sollte es zutreffen, dass der Vorstand auf 15 Prozent seiner Monatsgehälter verzichtet, so kann ich das als einen Akt der Anständigkeit gutheißen. Warum die erfolgsabhängigen Einkommensteile nur um 70 Prozent und nicht ganz gekürzt werden, ist mir nicht klar. Denn von wirtschaftlichen Erfolg kann man bei Daimler in diesem Jahr wohl kaum sprechen“, so der Sindelfinger Abgeordnete Stephan Braun, „zumal die Ergebnisbeteiligung für die Beschäftigten von 1900 Euro für das vergangene Jahr zunächst gar nicht ausgezahlt werden soll.“

Im Gegenzug für die Zugeständnisse, verzichtet der Konzern zumindest bis Jahresende, für alle Beschäftigten, auf betriebsbedingte Kündigungen. „Dies werte ich als einen Erfolg unseres Betriebsrates, allen voran von Erich Klemm. Auf der Betriebsversammlung war die Stimmung sehr gefasst. Die Beschäftigten honorieren vor Allem, dass eine gerechte Verteilung der Lasten gelungen ist, und die Einkommenseinbußen mit einer Reduzierung der Arbeitszeit einhergehen, die nach der Krise wieder zurückgenommen werden kann. Dass jetzt gespart werden muss um schlimmeres zu verhindern haben die Mitarbeiter eingesehen“, so der AFA-Kreisvorsitzende und Daimler-Betriebsrat Andreas Schwandt.

„Wir sind zuversichtlich, dass sich Daimler erholt. Zum ersten Mal schwankt der Autoriese in unserer Region ein wenig. Daimler hat den Nimbus der Unverletzlichkeit verloren. Jetzt gilt es anzupacken. Die Daimler-Mitarbeiter und die vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Zulieferbetrieben müssen jetzt - vor allem in der Kurarbeit Fort- und Weiterbildungen erhalten um nach der Krise gut aufgestellt zu sein,“ so die Landtagsabgeordnete und Regionalrätin Birgit Kipfer.

 

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