Jusos verärgert über Biadacz’ B464-Ausbau-Vorstöße

Veröffentlicht am 14.05.2020 in Jusos in Aktion
 

Wie die SPD-Kreistagsfraktion stehen auch die Jusos einem vierspurigen Ausbau der B464, wie ihn Marc Biadacz MdB (CDU) möchte, kritisch gegenüber und fordern eine Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs und mehr Beteiligung.

 

„Den Ausbau der B464 auf vier Spuren voranzutreiben zu wollen, ohne, dass auch nur einmal im Kreistag oder auf anderer Ebene darüber diskutiert wurde, zeigt wie rücksichtlos die CDU und Marc Biadacz hier ihre Interessen durchdrücken wollen. Gleichzeitig setzt die CDU-Kreistagsfraktion ihren Rotstift ausschließlich bei diversen Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs an. Moderne Verkehrspolitik und demokratische Beteiligung auf der Höhe der Zeit sehen anders aus“, pflichtet Jan Hambach, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, den Jusos im Kreis Böblingen bei. Seit Jahrzehnten lasse sich beobachten, dass mehr Spuren und neue Straßen zu mehr Verkehr führten. Menschen würden sich dann doch eher mit dem Auto auf den Weg machen, andere würden die Strecke noch stärker als Ausweichumfahrung nutzen. Ein Ausbau der B464 hätte deshalb nur eine kurzfristige Entlastung zur Folge. Relativ schnell gäbe es aber wieder die gleichen Verkehrsprobleme. Es sei deshalb richtig, dass der Landkreis in eine andere Richtung gehe und prüfe, welche neuen Schienenverbindungen gebaut werden könnten. Auch auf die vielen Unfälle auf der B464 habe der Landkreis schnell reagiert.

Steffi Engmann, Kreisvorsitzende der Jusos, ergänzt: „Neben Mittellinien, die akustische Warnsignale abgeben, wenn sie überfahren werden, könnte es Haltebuchten und Geschwindigkeitskontrollen geben. Hinweisschilder und Temporeduzierungen wurden bereits umgesetzt. Diese Maßnahmen müssen erst einmal umgesetzt und deren Wirkung überprüft werden. Eine Diskussion über den Ausbau der B464, der frühestens in einigen Jahren bis Jahrzehnten käme, hilft keinen einzigen Unfall zu vermeiden und ist verkehrs- und umweltpolitisch die falsche Maßnahme. Zudem werden die Mittel durch die Corona-Krise knapper. Wir sollten uns genau überlegen, welche Investitionen für unsere Zukunft wichtig sind, das geht sicher nicht mit Straßenbau-Ideen, die aus den 70er-Jahren stammen. Das Geld muss in bessere Bus- und Bahntakte, neue Bahnen, andere Mobilitätsformen und auch in weitere wichtigere Bereiche wie unsere Berufsschulen und Krankenhäuser fließen.“

 

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